Grundwasserbulletin
Die Grundwasserstände und Quellabflüsse liegen schweizweit im normalen bis tiefen Bereich. Die seit dem Frühjahr andauernde Trockenheit führte besonders in oberflächennahen und lokalen Grundwasservorkommen zu neuen Tiefstwerten für den Monat August. Grundwasservorkommen mit grossen Flurabständen in den grossen Talschotterebenen und im Festgestein weisen normale Grundwasserstände und Quellschüttungen auf, wobei hier die Tendenzen überwiegend fallend sind.
Herausgegeben am 02.09.2026
Übersicht


Tabelle und Karte der Grundwasserstände und Quellabflüsse vom 02.09.2026
Aktuelle Daten: hydrodaten.admin.ch
Niederschlagsentwicklung
Die quantitativen Grundwasserverhältnisse in der Schweiz stehen in den häufigsten Fällen in engem Zusammenhang mit der kumulierten Niederschlagsmenge der zurückliegenden Monate der jeweiligen Region.
Seit März herrschen niederschlagsarme Bedingungen in der Schweiz und auch die Monatsniederschläge im Juli und August lagen in den meisten Gebieten unter dem Durchschnitt. Ab Mitte August gab es in einigen Regionen wieder vermehrt Regenfälle besonders im westlichen Mittelland und auf der Alpensüdseite. Der September begann warm und trocken.

Niederschlag der letzten zwei Monate in Prozent des langjährigen Durchschnitts 1991-2020
Aktuelle Daten: Niederschlagssummen
Trockenheit
Situation am 07.09.2026
Die Grundwasserstände und Quellschüttungen sind an zahlreichen Stationen weiterhin niedrig. Jedoch konnten sich nach den Niederschlägen in der zweiten Augusthälfte vor allem oberflächennahe und lokale Grundwasservorkommen vorübergehend wieder etwas erholen, besonders im Tessin und im westlichen Mittelland. Diese Niederschlagsmengen reichten aber noch nicht aus, um die Grundwasserstände und Quellschüttungen dauerhaft wieder ansteigen zu lassen.
Weitere Informationen: Grundwasserstände und Quellschüttungen - Nationale Trockenheitsplattform
Typisches Verhalten der Grundwasserstände und Quellabflüsse
Die Reaktion der Grundwasserstände und Quellabflüsse auf Niederschlag und Trockenperioden ist von verschiedenen geologischen, hydrologischen und meteorologischen Faktoren abhängig.
Lockergesteins-Grundwasserleiter ohne Flussanbindung werden vorwiegend durch die Versickerung von Regenwasser gespeist und reagieren deshalb im Allgemeinen rasch auf Niederschlagsereignisse.
In Lockergesteins-Grundwasserleitern mit Flussanbindung speist der Fluss teilweise das Grundwasser, weshalb die Grundwasserstände rasch auf sich verändernde Abflussmengen reagieren. Aus diesem Grund beeinflussen die Niederschlagsverhältnisse sowie die Schnee- und Gletscherschmelze im gesamten Einzugsgebiet des Flusses die Grundwasserstände.
Aus dem saisonalen Abflussverhalten der Flüsse lässt sich für das Grundwasser folgendes allgemeines Muster ableiten:
- In den Lockergesteins-Grundwasserleitern im Mittelland sind die Grundwasserstände generell im März/April am höchsten und im August/September am tiefsten (pluviales Grundwasserregime).
- Die Lockergesteins-Grundwasserleiter in den Voralpen erreichen aufgrund der Schneeschmelze ihren Grundwasserhöchststand generell im März/April und ihren Tiefststand im Winter (pluvio-nivales Grundwasserregime).
- Die Lockergesteins-Grundwasserleiter in den Alpen erreichen ihren Grundwassertiefststand generell im April und ihren Höchststand infolge der Schnee- und Gletscherschmelze im Juni/Juli (nivo-glaziales Grundwasserregime).
- Auf der Alpensüdseite erreichen die Lockergesteins-Grundwasserleiter ihren Tiefststand im Allgemeinen im Februar/März und zwei Höchststände im Mai/Juni sowie im Oktober (pluvio-nivales Grundwasserregime).
Lockergesteins-Grundwasserleiter mit grossem Flurabstand zeichnen sich durch eine langsame und zeitlich verzögerte (mehrere Monate) Reaktion des Grundwassers auf Wetterereignisse aus. Ein grosser Flurabstand besteht dann, wenn der Grundwasserleiter eine mächtige ungesättigte Zone (> ca. 20 m) zwischen Grundwasserspiegel und Terrainoberfläche aufweist.
In Kluft- und Karst-Grundwasserleitern ist die Reaktion des Grundwassers auf sich verändernde Niederschlags- und Schmelzwasserverhältnisse abhängig von der Ausprägung des Kluft- resp. des Karstnetzes (Dichte und Öffnung der Hohlräume). Im Falle von stark zerklüfteten/verkarsteten Grundwasserleitern ist eine rasche Reaktion der Quellschüttung auf Niederschlags- und Schmelzwasserereignisse zu erwarten. Bei nur schwach zerklüfteten/verkarsteten Grundwasserleitern reagiert die Quellschüttung hingegen verzögert und gedämpft.
Das Grundwasserbulletin wird mindestens einmal pro Monat erstellt.
Quelle Grundwasser: Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA QUANT
Quelle Niederschlag: MeteoSchweiz
