Grundwasserbulletin

Die Grundwasserstände und Quellabflüsse liegen schweizweit im normalen bis tiefen Bereich. Die niederschlagsarmen Verhältnisse im März und April wirken sich besonders in tiefer gelegenen Regionen auf das Grundwasser aus. Im Jura, im Mittelland und auf der Alpensüdseite zeigen sich fallende oder keine Tendenzen. In den schmelzwasserbeeinflussten Grundwasservorkommen der Alpen und der grossen Flusstäler ist die Tendenz uneinheitlich.

Herausgegeben am 06.05.2026

 

Übersicht

Karte der Grundwasserstände und Quellabflüsse vom 06.05.2026

Aktuelle Daten: hydrodaten.admin.ch

 

Niederschlagsentwicklung

Die quantitativen Grundwasserverhältnisse in der Schweiz stehen in den häufigsten Fällen in engem Zusammenhang mit der kumulierten Niederschlagsmenge der zurückliegenden Monate der jeweiligen Region.

Die Monate März und April waren niederschlagsarm. Während in einigen zentralen und südlichen Gebieten im März noch leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmengen fielen, verzeichneten die anderen Landesteile bereits unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Die Witterung im April war hochdruckbestimmt und schweizweit äusserst trocken. Die Niederschlagssummen lagen verbreitet unter 30 % des Mittels der Referenzperiode 1991–2020. Die ersten Maitage zeigten sich zunächst trocken, dann fiel etwas Niederschlag.

Niederschlag der letzten zwei Monate in Prozent des langjährigen Durchschnitts 1991-2020

Aktuelle Daten: Niederschlagssummen

 

Trockenheit

Regional sind leicht niedrige bis extrem niedrige Grundwasserstände und Quellschüttungen zu beobachten. Betroffen sind Grundwasservorkommen in der Ostschweiz, in den östlichen und zentralen Voralpen, im Oberaargau sowie in Südbünden.

Weitere Informationen: Grundwasserstände und Quellschüttungen - Nationale Trockenheitsplattform

 

Typisches Verhalten der Grundwasserstände und Quellabflüsse

Die Reaktion der Grundwasserstände und Quellabflüsse auf Niederschlag und Trockenperioden ist von verschiedenen geologischen, hydrologischen und meteorologischen Faktoren abhängig.

Lockergesteins-Grundwasserleiter ohne Flussanbindung werden vorwiegend durch die Versickerung von Regenwasser gespeist und reagieren deshalb im Allgemeinen rasch auf Niederschlagsereignisse.

In Lockergesteins-Grundwasserleitern mit Flussanbindung speist der Fluss teilweise das Grundwasser, weshalb die Grundwasserstände rasch auf sich verändernde Abflussmengen reagieren. Aus diesem Grund beeinflussen die Niederschlagsverhältnisse sowie die Schnee- und Gletscherschmelze im gesamten Einzugsgebiet des Flusses die Grundwasserstände.

Aus dem saisonalen Abflussverhalten der Flüsse lässt sich für das Grundwasser folgendes allgemeines Muster ableiten:

  • In den Lockergesteins-Grundwasserleitern im Mittelland sind die Grundwasserstände generell im März/April am höchsten und im August/September am tiefsten (pluviales Grundwasserregime).
  • Die Lockergesteins-Grundwasserleiter in den Voralpen erreichen aufgrund der Schneeschmelze ihren Grundwasserhöchststand generell im März/April und ihren Tiefststand im Winter (pluvio-nivales Grundwasserregime).
  • Die Lockergesteins-Grundwasserleiter in den Alpen erreichen ihren Grundwassertiefststand generell im April und ihren Höchststand infolge der Schnee- und Gletscherschmelze im Juni/Juli (nivo-glaziales Grundwasserregime).
  • Auf der Alpensüdseite erreichen die Lockergesteins-Grundwasserleiter ihren Tiefststand im Allgemeinen im Februar/März und zwei Höchststände im Mai/Juni sowie im Oktober (pluvio-nivales Grundwasserregime).

Lockergesteins-Grundwasserleiter mit grossem Flurabstand zeichnen sich durch eine langsame und zeitlich verzögerte (mehrere Monate) Reaktion des Grundwassers auf Wetterereignisse aus. Ein grosser Flurabstand besteht dann, wenn der Grundwasserleiter eine mächtige ungesättigte Zone (> ca. 20 m) zwischen Grundwasserspiegel und Terrainoberfläche aufweist.

In Kluft- und Karst-Grundwasserleitern ist die Reaktion des Grundwassers auf sich verändernde Niederschlags- und Schmelzwasserverhältnisse abhängig von der Ausprägung des Kluft- resp. des Karstnetzes (Dichte und Öffnung der Hohlräume). Im Falle von stark zerklüfteten/verkarsteten Grundwasserleitern ist eine rasche Reaktion der Quellschüttung auf Niederschlags- und Schmelzwasserereignisse zu erwarten. Bei nur schwach zerklüfteten/verkarsteten Grundwasserleitern reagiert die Quellschüttung hingegen verzögert und gedämpft.

 

Das Grundwasserbulletin wird mindestens einmal pro Monat erstellt.

Quelle Grundwasser: Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA QUANT
Quelle Niederschlag: MeteoSchweiz