Grundwasserbulletin

Die Grundwasserstände und Quellabflüsse in der Schweiz liegen derzeit im normalen bis hohen Bereich. Nur einzelne Stationen in der Ostschweiz befinden sich im tiefen Bereich. Steigende Tendenzen werden in den Voralpen, im Mittelland und im Jura beobachtet, infolge überdurchschnittlicher Niederschlagsmengen im Oktober und November. In den Alpen und auf der Alpensüdseite werden fallende Tendenzen beobachtet aufgrund der unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen in diesen Regionen, und weil der Niederschlag in höheren Lagen als Schnee fiel.

Herausgegeben am 04.12.2025

 

Übersicht

Karte der Grundwasserstände und Quellabflüsse vom 04.12.2025

Aktuelle Daten: hydrodaten.admin.ch

 

Niederschlagsentwicklung

Die quantitativen Grundwasserverhältnisse in der Schweiz stehen in den häufigsten Fällen in engem Zusammenhang mit der kumulierten Niederschlagsmenge der zurückliegenden Monate der jeweiligen Region.

Die erste Hälfte des Oktobers war geprägt von einem stabilen Hoch mit trockenem Wetter. Ab dem 20. Oktober setzte wechselhaftes Westwindwetter ein, welches bis Ende Monat immer wieder Niederschläge in die Schweiz führte. Im Jura, im Unterwallis, im westlichen Mittelland und in der Nordschweiz waren in der Folge leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmengen zu beobachten im Vergleich zur Referenzperiode. Auf der Alpensüdseite und in weiten Teilen Graubündens fielen hingegen wenig Niederschläge. Diese unterschiedliche Niederschlagsverteilung zwischen den nordwestlichen und den südöstlichen Gebieten setzte sich im November fort. In der Nordwestschweiz waren überdurchschnittliche Niederschlagsmengen zu beobachten im Vergleich zur Referenzperiode, während in der Südostschweiz unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen beobachtet wurden. Nach der sehr milden ersten Novemberhälfte folgte in der zweiten Novemberhälfte eine Serie von Fronten kombiniert mit einer Zufuhr von kalter Luft aus dem Norden, welche verbreitet Neuschnee und tiefe Temperaturen brachten.

Niederschlag der letzten zwei Monate in Prozent des langjährigen Durchschnitts 1991-2020

Aktuelle Daten: Niederschlagssummen

 

Trockenheit

Zurzeit ist kein aktuelles Trockenheitsbulletin verfügbar.

Weitere Informationen: Grundwasserstände und Quellschüttungen - Nationale Trockenheitsplattform

 

Typisches Verhalten der Grundwasserstände und Quellabflüsse

Die Reaktion der Grundwasserstände und Quellabflüsse auf Niederschlag und Trockenperioden ist von verschiedenen geologischen, hydrologischen und meteorologischen Faktoren abhängig.

Lockergesteins-Grundwasserleiter ohne Flussanbindung werden vorwiegend durch die Versickerung von Regenwasser gespeist und reagieren deshalb im Allgemeinen rasch auf Niederschlagsereignisse.

In Lockergesteins-Grundwasserleitern mit Flussanbindung speist der Fluss teilweise das Grundwasser, weshalb die Grundwasserstände rasch auf sich verändernde Abflussmengen reagieren. Aus diesem Grund beeinflussen die Niederschlagsverhältnisse sowie die Schnee- und Gletscherschmelze im gesamten Einzugsgebiet des Flusses die Grundwasserstände.

Aus dem saisonalen Abflussverhalten der Flüsse lässt sich für das Grundwasser folgendes allgemeines Muster ableiten:

  • In den Lockergesteins-Grundwasserleitern im Mittelland sind die Grundwasserstände generell im März/April am höchsten und im August/September am tiefsten (pluviales Grundwasserregime).
  • Die Lockergesteins-Grundwasserleiter in den Voralpen erreichen aufgrund der Schneeschmelze ihren Grundwasserhöchststand generell im März/April und ihren Tiefststand im Winter (pluvio-nivales Grundwasserregime).
  • Die Lockergesteins-Grundwasserleiter in den Alpen erreichen ihren Grundwassertiefststand generell im April und ihren Höchststand infolge der Schnee- und Gletscherschmelze im Juni/Juli (nivo-glaziales Grundwasserregime).
  • Auf der Alpensüdseite erreichen die Lockergesteins-Grundwasserleiter ihren Tiefststand im Allgemeinen im Februar/März und zwei Höchststände im Mai/Juni sowie im Oktober (pluvio-nivales Grundwasserregime).

Lockergesteins-Grundwasserleiter mit grossem Flurabstand zeichnen sich durch eine langsame und zeitlich verzögerte (mehrere Monate) Reaktion des Grundwassers auf Wetterereignisse aus. Ein grosser Flurabstand besteht dann, wenn der Grundwasserleiter eine mächtige ungesättigte Zone (> ca. 20 m) zwischen Grundwasserspiegel und Terrainoberfläche aufweist.

In Kluft- und Karst-Grundwasserleitern ist die Reaktion des Grundwassers auf sich verändernde Niederschlags- und Schmelzwasserverhältnisse abhängig von der Ausprägung des Kluft- resp. des Karstnetzes (Dichte und Öffnung der Hohlräume). Im Falle von stark zerklüfteten/verkarsteten Grundwasserleitern ist eine rasche Reaktion der Quellschüttung auf Niederschlags- und Schmelzwasserereignisse zu erwarten. Bei nur schwach zerklüfteten/verkarsteten Grundwasserleitern reagiert die Quellschüttung hingegen verzögert und gedämpft.

 

Das Grundwasserbulletin wird mindestens einmal pro Monat erstellt.

Quelle Grundwasser: Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA QUANT
Quelle Niederschlag: MeteoSchweiz