Trockenheitsbulletin
Ausgabedatum: Donnerstag, 08.10.2026
Nächste Information: Donnerstag, 15.10.2026
Anhaltende Trockenheit
Die Niederschläge bis zum Wochenende können die Trockenheit auf der Alpennordseite und in den Alpen nur vorübergehend abschwächen. Die Gesamtsituation bezüglich Trockenheit bleibt unverändert angespannt.
Wetter
Trotz vorübergehend verbreiteter Niederschläge bleibt in vielen Teilen der Schweiz über die vergangenen 30 Tage ein leichtes Niederschlagsdefizit erhalten, in Teilen des Wallis bleibt das Defizit erheblich. Hier beträgt das Niederschlagsdefizit bis zu 40%. Über die vergangenen 90 Tage bleibt das Niederschlagsdefizit in der Zentral- und Ostschweiz gross. Hier sind im erwähnten Zeitraum 20 bis 40 % der üblichen Niederschläge gefallen. In der Westschweiz und in den Alpen ist das Defizit etwas geringer. Im Wallis, in Teilen der Alpensüdseite und im Engadin ist kein ausgeprägtes Defizit zu verzeichnen.
Nach den bis zum Ende dieser Woche erwarteten Niederschlägen wird das Wetter im weiteren Verlauf des Oktobers zum grossen Teil von Nordwestlagen geprägt sein, die oft für trockenes Wetter sorgen werden, abgesehen von vereinzelten, wahrscheinlich kaum ergiebigen Niederschlägen in der Nordostschweiz. Beim Niederschlagsdefizit über 30 Tage sind kaum Änderungen zu erwarten, abgesehen von einem leichten Rückgang vor allem im Wallis, im Tessin und in den zentralen Alpen. Über einen Zeitraum von 90 Tagen betrachtet dürften die Defizite nach einem möglichen leichten Anstieg in der kommenden Woche in der Folge langsam abnehmen.
Fliessgewässer und Seen
Im Jura und im Mittelland herrscht weiterhin eine ausgeprägte Niedrigwassersituation. Die Abflussdefizite sind vielerorts erheblich bis extrem. An zahlreichen Messstationen werden derzeit so tiefe Abflüsse beobachtet, wie sie statistisch gesehen nur alle 10 bis 30 Jahre oder noch deutlich seltener auftreten. Besonders markant ist das Niedrigwasser am Hochrhein, wo an einigen Stationen rekordtiefe Abflüsse beobachtet werden. Ausserordentlich tiefe Pegelstände verzeichnen auch zahlreiche Seen, insbesondere der Bodensee, der Zürichsee, der Walensee und der Vierwaldstättersee.
Für die nächsten Tage wird in den vom Niederschlag betroffenen Gebieten eine vorübergehende leichte Entspannung hinsichtlich Abflussdefizit und Niedrigwasser erwartet, insbesondere an den kleineren und mittleren Flüssen. An grösseren Flüssen wie dem Hochrhein dürfte sich hingegen die angespannte Abflusssituation wenig ändern. Für den weiteren Verlauf des Oktobers sind keine relevanten Niederschläge vorhergesagt. Eine Normalisierung der Abflüsse ist daher kaum zu erwarten. Auch an den Seen ist keine Entspannung in Sicht. Die meisten Pegel werden weiterhin auf tiefen bis sehr tiefen Niveaus verharren.
Bodenfeuchte
Auf der Alpennordseite besteht ein erhebliches bis extremes Bodenfeuchtedefizit. Im Süden ist das Bodenfeuchtedefizit etwas weniger stark ausgeprägt.
Das Bodenfeuchtedefizit wird sich vorübergehend etwas abschwächen. Es bleibt jedoch auch in den nächsten Wochen leicht bis stark erhöht.
Grundwasser
Aufgrund des anhaltenden Niederschlagsdefizits sind die Grundwasserstände und Quellabflüsse weiterhin niedrig. Sie zeigen keine oder fallende Tendenzen. Zwar führen lokale Niederschläge dazu, dass sich kleine, oberflächennahe Grundwasservorkommen kurzfristig etwas erholen. Die gefallenen Niederschlagsmengen reichen jedoch nicht aus, um die Grundwasserstände und Quellabflüsse nachhaltig ansteigen zu lassen.
Weitere Informationen
- MeteoSchweiz (Wetter): www.meteoschweiz.admin.ch
- BAFU (Hydrologie): www.hydrodaten.admin.ch
- BAFU (Waldbrand): www.waldbrandgefahr.ch
Wie stehen die Trockenheitswarnungen im Zusammenhang mit den Waldbrandwarnungen? Details - Aktuelle Naturgefahrensituation in der Schweiz: www.naturgefahren.ch