Trockenheitsbulletin

Ausgabedatum: Donnerstag, 09.07.2026

Nächste Information: Donnerstag, 16.07.2026

Die Trockenheit hält in der ganzen Schweiz an.

Die extreme Trockenheit auf der Alpennordseite und im Wallis wird sich fortsetzen und teilweise verstärken.

Wetter

Aktuelle Situation

Über die vergangenen 30 Tage sind weite Teile der Alpennordseite und der Alpen, das Mittel- und Südtessin sowie das Misox von einem grossen Niederschlagsdefizit betroffen. In Teilen des Wallis und des Berner Oberlandes, im nordöstlichen Mittelland sowie vom westlichen über das nördliche Tessin bis ins Engadin ist das Defizit leicht bis erheblich. Über 90 Tage besteht mit Ausnahme des Engadins, den Bündner Südtälern und des Südtessins (nicht trocken oder leichtes Defizit) in der ganzen Schweiz ein grosses Niederschlagsdefizit. In diesen Regionen betrugen die Niederschlagsmengen in den vergangenen 90 Tagen vielerorts nur 35 bis 65 % im Vergleich zur Norm.

Prognose

Nach einem Temperaturrückgang zwischen Ende Juni und Anfang Juli sind die Temperaturen unter dem Einfluss eines umfangreichen Hochdruckgebiets, das sich vom nahen Atlantik bis nach Mitteleuropa erstreckt, wieder angestiegen. Am Freitag und Samstag gelangt vorübergehend etwas feuchtere und instabilere Luft besonders zur Alpensüdseite und zu den Alpen, wodurch die Gewitterneigung zunimmt.
In der Folge fliesst wieder trockenere und stabilere Luft zur Schweiz. Zu einer Abschwächung des blockierenden Hochdruckgebiets könnte es ab Mitte Juli kommen. Dadurch würde die Schauer- und Gewitterneigung jeweils insbesondere in der zweiten Tageshälfte und über den Bergen zunehmen.
Anzeichen für länger anhaltende, flächige Niederschlagsperioden gibt es derzeit nicht. Es ist deshalb vor allem über 90 Tage mit einer weiteren Zunahme des Niederschlagsdefizits zu rechnen.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Aufgrund der trockenen Witterung sind die Wasserstände der Fliessgewässer weiter gesunken. In der ganzen Schweiz werden sehr tiefe Abflussmengen gemessen. Das Abflussdefizit kann insbesondere im Jura und im Mittelland weiterhin als erheblich bis extrem eingestuft werden. In diesen Regionen werden an vielen kleineren bis mittleren Flüssen Niedrigwasser registriert, wie sie nur alle 2 bis 10 Jahre vorkommen. Erste Stationen zeigen bereits Niedrigwasser, wie sie nur alle 10 bis 30 Jahre auftreten. Auch für grosse Flüsse wie Rhein, Aare, Limmat und Reuss werden für die Jahreszeit stark unterdurchschnittliche Abflüsse gemessen.
Insbesondere der Bodensee, der Walensee und der Lago Maggiore weisen für die Jahreszeit extrem tiefe Wasserstände auf. Auch beim Brienzer- und beim Vierwaldstättersee sind die Pegel stark unterdurchschnittlich. In den Alpen ist die Schneeschmelze früher als üblich abgeschlossen. Nur noch in den Hochalpen liegen geringe Schneemengen.

Prognose

In der kommenden Woche werden die Wasserstände auf sehr tiefem bis extrem tiefem Niveau bleiben. Die Tendenz ist weiter sinkend. Die Niedrigwassersituation wird sich also weiter akzentuieren. Schauer und Gewitter können aber lokal zu kurzzeitigen Pegelanstiegen führen. In den Alpen bleibt die Gletscherschmelze auf hohem Niveau.

Bodenfeuchte

Aktuelle Situation

Verbreitet besteht ein grosses bis extremes Bodenfeuchtedefizit. Im Tessin und insbesondere in den südlichen Teilen von Graubünden ist das Bodenfeuchtedefizit geringer als auf der Alpennordseite.

Prognose

In der kommenden Woche wird sich die räumliche Situation bezüglich des Bodenfeuchtedefizites nicht grundlegend ändern. Mit der weiterhin trockenen Witterung bleibt das Bodenfeuchtedefizit bestehen und wird sich teilweise noch verstärken.

Grundwasser

Aktuelle Situation

Schweizweit sind leicht niedrige bis extrem niedrige Grundwasserstände und Quellschüttungen zu beobachten. Es sind vorwiegend oberflächennahe Grundwasservorkommen betroffen, sowohl im Locker- als auch im Festgestein. Lediglich Grundwasservorkommen mit grossen Flurabständen weisen weiterhin normale Grundwasserstände und Quellschüttungen auf, wobei auch hier die Tendenzen mehrheitlich fallend sind.

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