Trockenheitsbulletin
Ausgabedatum: Donnerstag, 27.08.2026
Nächste Information: Donnerstag, 03.09.2026
Entspannung der Trockenheit nur auf der Alpensüdseite
Die gefallenen Niederschläge haben die Trockenheit insbesondere auf der Alpensüdseite entspannt. Die Trockenheitswarnung wird deshalb im Tessin, in den Bündner Südtälern und im südlichen Simplongebiet von Stufe gross auf Stufe gering reduziert. In den anderen Regionen bleibt sie unverändert.
Wetter
Von Gewittern begleitete Niederschläge haben die insbesondere in Teilen der Deutschschweiz noch bestehenden 30-Tage-Niederschlagsdefizite teilweise reduziert. Die Niederschlagssummen für den August 2026 sind vor allem am Nordrand der Schweiz sowie in Teilen der zentralen und östlichen Alpen noch deutlich (20 bis 50%) unter, im Genferseegebiet sowie in der Region Seeland-Solothurn hingegen wieder im Bereich der Norm. Auf der Alpensüdseite sind ergiebige Niederschläge gefallen, so dass die für den Monat August klimatologisch zu erwartenden Niederschlagsmengen insgesamt bereits erreicht, lokal überschritten wurden, beispielsweise in der Region Lugano.
Über die vergangenen 90 Tage hinweg sind in weiten Teilen der Alpennordseite und insbesondere im Jura sowie im Mitteland nur 50 bis 70%, in der Region Basel nur 30% der üblichen Niederschlagsmengen gefallen. Hier bestehen nach wie vor erhebliche bis extreme Niederschlagsdefizite. Im Wallis und im Engadin entsprachen die Niederschlagssummen ungefähr der Norm. In den übrigen Alpen sowie auf der Alpensüdseite sind 60 bis 90% der üblichen Niederschlagsmengen gefallen, hier bestehen noch leichte Niederschlagsdefizite.
Eingebettet in einer starken Südwestströmung zieht am Freitag, 28. August eine aktive Störung mit gewittrigen Niederschlägen über die Schweiz hinweg. Am Wochenende und in der Woche vom 31. August bis Sonntag, 6. September folgen einzelne schwache Fronten, die nur wenig Niederschlag bringen. In der weiteren ersten Septemberhälfte überwiegt hochdruckbestimmtes, stabiles Wetter. Für die zweite Monatshälfte zeigen die Prognoseunterlagen derzeit keine klaren Signale, weder für positive noch für negative Niederschlagsabweichungen.
Unter diesen Voraussetzungen sind im ganzen Land weiterhin geringe 30-Tage-Niederschlagsdefizite zu erwarten. Über 90 Tage hinweg dürften die Niederschlagsdefizite vor allem auf der Alpennordseite nach wie vor erheblich bis gross sein.
Fliessgewässer und Seen
Die Regenfälle der letzten Tage haben in Regionen im Süden und Westen der Schweiz zu einer Entspannung hinsichtlich der Abflussdefizite geführt. Vor allem in alpinen sowie in östlichen und nördlichen Regionen sind die Abflussdefizite allerdings weiterhin mässig bis extrem. .
Hinsichtlich Niedrigwasser hat sich die Lage auf der Alpennordseite vorübergehend etwas entspannt. Insbesondere Flüsse unterhalb von Seen sind aber weiterhin von Niedrigwasser betroffen. Es werden teilweise noch so tiefe Abflüsse beobachtet, wie sie statistisch gesehen alle 2 bis 30 Jahre auftreten. Auf der Alpensüdseite ist die Niedrigwassersituation vorerst zu Ende.
Regenfälle und Gewitter können am Freitag und Samstag insbesondere im Tessin zu kurzzeitigen und moderaten Anstieg der Abflüsse führen. Mit ausbleibenden oder nur geringen Niederschlägen in den darauffolgenden Tagen werden die Abflüsse wieder zurückgehen und tiefe Werte erreichen. Die Niedrigwassersituation im Norden wird sich wieder verschärfen.
Mit weniger sehr heissen Tagen und abnehmender Sonnenstrahlung ist die Gletscherschmelze weniger ausgeprägt als im Hochsommer. Flüsse in Einzugsgebiete mit hohem Gletscheranteil führen weniger Schmelzwasser. Brienzersee und Genfersee erhalten beispielsweise weniger Zufluss.
Bodenfeuchte
Durch die Niederschläge hat sich die Situation hinsichtlich Bodenfeuchtedefizit in den meisten Regionen verbessert. Regional ist das Bodenfeuchtedefizit aktuell aber noch mässig bis erheblich.
Mit dem Abklingen der Niederschläge wird das Bodenfeuchtedefizit in den Tagen ab Sonntag wieder leicht zunehmen. Die nicht mehr hochsommerlichen Temperaturen und die damit geringere Verdunstung verringert den Verlust von Feuchtigkeit an die Atmosphäre.
Grundwasser
An zahlreichen Stationen sind die Grundwasserstände und Quellabflüsse weiterhin niedrig. Die Niederschläge der vergangenen Woche konnten in Grundwasservorkommen, die rasch auf Witterungsereignisse reagieren, kurzfristig zu einem Anstieg der Messwerte führen. Für einen dauerhaften Anstieg der Grundwasserstände und Quellabflüsse reichen die bisher gefallenen Niederschlagsmengen jedoch noch nicht aus.
Weitere Informationen
- MeteoSchweiz (Wetter): www.meteoschweiz.admin.ch
- BAFU (Hydrologie): www.hydrodaten.admin.ch
- BAFU (Waldbrand): www.waldbrandgefahr.ch
Wie stehen die Trockenheitswarnungen im Zusammenhang mit den Waldbrandwarnungen? Details - Aktuelle Naturgefahrensituation in der Schweiz: www.naturgefahren.ch