Trockenheitsbulletin
Ausgabedatum: Thursday, 01.10.2026
Nächste Information: Thursday, 08.10.2026
Anhaltende Trockenheit
In den kommenden Tagen werden keine relevanten Niederschläge erwartet. Die Trockenheit auf der Alpennordseite und in den Alpen bleibt bestehen.
Wetter
Das Niederschlagsdefizit der vergangenen 30 Tage ist in weiten Teilen der Schweiz gross. Besonders ausgeprägt ist das Defizit im Jura und in Teilen des westlichen, aber auch östlichen Mittellands. In diesen Region sind in den letzten 30 Tagen nur gerade 15 bis 30 % der üblichen Niederschlagsmengen gefallen. An einzelnen Standorten wurde seit Messbeginn noch nie so wenig Niederschlag in einem September registriert wie in diesem Jahr. Am wenigsten stark ausgeprägt ist das Niederschlagsdefizit über die letzten 30 Tage im Engadin, im Val Müstair und im Puschlav. Dort sind 60 bis 80, lokal 90 % der normalen Niederschlagsmengen gefallen.
Bezogen auf die vergangenen 90 Tage herrscht in der Schweiz ein erhebliches bis grosses Niederschlagsdefizit. Gross ist dieses vor allem im Jura sowie am Alpennordhang, aber auch in Teilen des Mittellands. In diesen Regionen sind im erwähnten Zeitraum nur rund 40 bis 60 % der üblichen Niederschlagsmengen gefallen. Am geringsten ist das Niederschlagsdefizit im selben Zeitraum im Zentralwallis, im Engadin und in den Südbündner Tälern. Hier fehlen im Durchschnitt etwa 15 bis 35 % einer normalen Niederschlagsmenge der letzten 90 Tage. Einzig im südlichen Puschlav sind die Niederschlagsmengen normal ausgefallen.
Bis zur ersten Oktoberdekade bleibt das Wetter meist hochdruckbestimmt und trocken, wobei Nordwestströmungen vorherrschen. Danach dürften mit schwachem Tiefdruckeinfluss zeitweise Niederschläge fallen, allerdings keine ergiebigen. Die Niederschlagsprognose für das Monatsende scheint mit der Modellklimatologie übereinzustimmen. Dementsprechend nehmen die prognostizierten Niederschlagsdefizite über 30 Tage in der gesamten Schweiz leicht ab, während die Defizite über 90 Tage vor allem in der Westschweiz und auf der Alpensüdseite etwas zurückgehen.
Fliessgewässer und Seen
Die ausgeprägte Niedrigwassersituation im Jura und im Mittelland hält weiter an. Sie hat sich in den letzten Tagen weiter verschärft. Die Abflussdefizite sind vielerorts erheblich bis extrem. An zahlreichen Stationen werden derzeit so tiefe Abflüsse beobachtet, wie sie statistisch gesehen nur alle 10 bis 30 Jahre oder noch deutlich seltener auftreten. Auch grosse Flüsse wie der Hochrhein sind von einem markanten Niedrigwasser betroffen. Sehr tiefe Pegelstände werden auch an vielen Seen verzeichnet. Bei den grösseren Seen weisen insbesondere der Bodensee, der Zürichsee, der Walensee, der Zugersee sowie der Vierwaldstättersee extrem tiefe Wasserstände auf.
Aufgrund der anhaltend trockenen Witterung bleibt die Situation hinsichtlich Abflussdefizit und Niedrigwasser bestehen. Bei den Seen werden die Pegelstände mehrheitlich weiter zurückgehen.
Bodenfeuchte
Auf der Alpennordseite besteht weiterhin ein erhebliches bis extremes Bodenfeuchtedefizit. Im Süden ist das Bodenfeuchtedefizit etwas weniger stark ausgeprägt.
Das Bodenfeuchtedefizit wird erhöht bleiben oder sogar weiter zunehmen.
Grundwasser
Aufgrund des anhaltenden Niederschlagsdefizits auf der Alpennordseite und in den Alpen sind dort die Grundwasserstände und Quellabflüsse weiterhin niedrig. Die Tendenzen sind landesweit an den meisten Stationen sinkend. Zwar konnten lokale Niederschläge dazu führen, dass sich kleine, oberflächennahe Grundwasservorkommen kurzfristig etwas erholten. Die gefallenen Niederschlagsmengen reichen jedoch nicht aus, um die Grundwasserstände und Quellabflüsse nachhaltig ansteigen zu lassen.
Weitere Informationen
- MeteoSchweiz (Wetter): www.meteoschweiz.admin.ch
- BAFU (Hydrologie): www.hydrodaten.admin.ch
- BAFU (Waldbrand): www.waldbrandgefahr.ch
Wie stehen die Trockenheitswarnungen im Zusammenhang mit den Waldbrandwarnungen? Details - Aktuelle Naturgefahrensituation in der Schweiz: www.naturgefahren.ch