Trockenheitsbulletin
Ausgabedatum: Thursday, 21.05.2026
Nächste Information: Thursday, 28.05.2026
Leichte bis mässige Trockenheit in den Alpen und im Mittelland.
In den kommenden Wochen ist in den Alpen sowie im zentralen und östlichen Mittelland mit leichter bis mässiger, regional auch ausgeprägter Trockenheit zu rechnen.
Wetter
Nach einem trockenen April hat es im Mai in allen Regionen zwar Niederschlag gegeben, diese haben aber das bestehende Niederschlagsdefizit nicht ausgleichen können. Bis Ende letzte Woche (17. Mai) wurden die stärksten 30-Tage Niederschlagsdefizite regional in den östlichen Landesteilen verzeichnet, mit teils erheblichen Defiziten (bis zu -57% im Vergleich zum Normwert). Über die letzten 90 Tage wurden verbreitet Defizite registriert, die Grössten in Teilen des Wallis und des Mittellands, mit stellenweise grossen Defiziten (bis zu -45% im Vergleich zum Normwert).
Zunächst sorgt ein Hochdruckgebiet in der ganzen Schweiz für trockenes und teils sehr warmes Wetter (Zeitraum bis 31. Mai). Über eine Periode von 30 Tagen bleiben die Niederschlagsdefizite tendenziell bestehen und werden sich auch auf weitere Regionen ausdehnen. Die Defizite über 90 Tage dürften sich eher vergrössern. Die langfristigen Prognosen (bis zum 14. Juni) gehen davon aus, dass das Wetter weiterhin zum grösseren Teil eher hochdruckbestimmt ist und es keine längeren Staulagen geben wird.
Allenfalls können sich lokale Schauer oder Gewitter entwickeln, vor allem in den Bergen. Die Vorhersagen deuten auf zunehmende Niederschlagsdefizite und eine Ausdehnung auf weitere Regionen hin.
Fliessgewässer und Seen
In weiten Teilen der Schweiz sind die Abflussmengen für die Jahreszeit allgemein tief bis sehr tief; einzig in der Westschweiz ist die Lage weniger angespannt. Besonders gross ist das Abflussdefizit in Teilen des Wallis, des Berner Oberlandes, des Tessins und Graubündens.
Zu dieser Jahreszeit müssten die Flüsse aufgrund der Schneeschmelze mehr Wasser führen. In den Bergen liegt derzeit jedoch deutlich weniger Schnee als üblich. Das Schneewasseräquivalent entspricht den Werten, die normalerweise erst einen Monat später im Jahr erreicht werden. Wegen des geringen Zuflusses aus den alpinen Fliessgewässern werden in den grossen Flüssen im Mittelland unterdurchschnittliche Abflussmengen gemessen. Dies gilt insbesondere für den Alpenrhein, den Hochrhein, die Aare, die Limmat und den Inn. An einzelnen Flüssen wie etwa der Reuss nähern sich die Abflussmengen den Tiefstständen für den Monat Mai.
Boden-, Brienzer-, Vierwaldstätter- und Walensee weisen für die Jahreszeit sehr tiefe Pegelstände auf.
Der ab diesem Donnerstag erwartete Temperaturanstieg wird die Schneeschmelze verstärken und die Abflüsse der alpinen Fliessgewässer ansteigen lassen. Sowohl der Zufluss als auch die Niederschläge bleiben jedoch unterdurchschnittlich. Die Wasserstände der Flüsse und Seen im Mittelland dürften sich folglich kaum verändern.
Bodenfeuchte
Bei den Böden in Graubünden ist ein leichtes bis mittleres Feuchtigkeitsdefizit festzustellen.
Das Bodenfeuchtedefizit dürfte sich auf die Nordschweiz und das Tessin ausweiten.
Grundwasser
Regional sind leicht niedrige bis extrem niedrige Grundwasserstände und Quellschüttungen zu beobachten. Betroffen sind Grundwasservorkommen in der Ost- und Zentralschweiz, in Graubünden, in den östlichen und zentralen Voralpen, sowie im Tessin und im Wallis.
Weitere Informationen
- MeteoSchweiz (Wetter): www.meteoschweiz.admin.ch
- BAFU (Hydrologie): www.hydrodaten.admin.ch
- BAFU (Waldbrand): www.waldbrandgefahr.ch
Wie stehen die Trockenheitswarnungen im Zusammenhang mit den Waldbrandwarnungen? Details - Aktuelle Naturgefahrensituation in der Schweiz: www.naturgefahren.ch