Trockenheitsbulletin
Ausgabedatum: Thursday, 20.08.2026
Nächste Information: Thursday, 27.08.2026
Vorübergehend leichte Entspannung der Trockenheit
Die erwarteten Niederschläge werden die Situation bezüglich Trockenheit nicht nachhaltig entspannen. Es gilt weiterhin die höchste Gefahrenstufe (Stufe 4) für die gesamte Schweiz.
Wetter
In den meisten Regionen der Schweiz bestehen nach wie vor grosse 30-Tage-Niederschlagsdefizite: Die stärksten Defizite traten im westlichen und östlichen Mittelland sowie am östlichen Alpennordhang auf, wo nur 15% bis 40% des üblicherweise zu erwartenden Niederschlags gefallen sind.
Über die vergangenen 90 Tage weisen das westliche und östliche Mittelland sowie der Jura ein extremes Niederschlagsdefizit auf: Es fielen nur 30% bis 45% des durchschnittlich zu erwartenden Niederschlags.
Der Monat August wird mit einer Westströmung über den Alpen zu Ende gehen. Der Durchzug einiger Fronten inkl. Niederschlägen wird sich mit trockenen Phasen abwechseln. Anschliessend dürfte die erste Hälfte des Monats September erneut von stabileren Bedingungen und geringen Niederschlägen geprägt sein. Angesichts dieser Situation könnten die Niederschlagsdefizite über einen Zeitraum von 30 Tagen landesweit zurückgehen.
Über einen Zeitraum von 90 Tagen betrachtet könnten die Defizite jedoch weiterhin erheblich bis gross ausfallen, insbesondere nördlich der Alpen.
Fliessgewässer und Seen
Die Regenfälle der letzten Tage haben zu einem vorübergehenden und leichten Anstieg der Abflüsse geführt. In zahlreichen Warnregionen auf der Alpennordseite sind die Abflussdefizite trotzdem weiterhin erheblich bis extrem. Eine Ausnahme bilden Gletscherbäche. Sie führen viel Schmelzwasser. Im Wallis und auf der Alpensüdseite sind die Abflussdefizite weniger ausgeprägt als im Norden.
Mit den Niederschlägen hat sich die Niedrigwassersituation beidseits der Alpen etwas entspannt. Trotzdem ist die Mehrzahl der Flüsse auf der Alpennordseite weiterhin von Niedrigwasser betroffen. An zahlreichen Stationen werden so tiefe Abflüsse beobachtet, wie sie statistisch gesehen nur alle 10 bis 100 Jahre oder noch seltener auftreten. Auf der Alpensüdseite ist die Niedrigwassersituation weniger ausgeprägt. Im Tessin werden an einigen Messstationen Abflüsse registriert, wie sie nur alle 2-10 Jahre oder seltener beobachtet werden. In den alpinen Einzugsgebieten treten Niedrigwasser nur vereinzelt auf, insbesondere aufgrund der intensiven Gletscherschmelze und der hier häufiger auftretenden Gewitter.
Die Niederschläge führen zu einem vorübergehenden und moderaten Anstieg der Abflüsse. Die Situation hinsichtlich des Abflussdefizits wird sich in grossen Teilen der Schweiz entspannen.
Bodenfeuchte
Durch die Niederschläge hat sich das Bodenfeuchtedefizit vor allem im Wallis, im Tessin und im Oberengadin entspannt. Auf der Alpennordseite ist das Bodenfeuchtedefizit aktuell merheitlich noch erheblich bis gross.
Das Bodenfeuchtedefizit wird sich in Folge der Regenfälle auch auf der Alpennordseite weiter entspannen. Die niedrigeren Temperaturen und die damit niedrigere Verdunstung verringert den Verlust von Feuchtigkeit an die Atmosphäre zusätzlich.
Grundwasser
Die Grundwasserstände und Quellabflüsse sind weiterhin niedrig. Die Niederschläge dieser Woche können in Grundwasservorkommen, die rasch auf Witterungsereignisse reagieren, kurzfristig zu einem Anstieg der Messwerte führen. Für einen dauerhaften Anstieg der Grundwasserstände und Quellabflüsse reichen die Niederschlagsmengen dieser Woche jedoch noch nicht aus.
Weitere Informationen
- MeteoSchweiz (Wetter): www.meteoschweiz.admin.ch
- BAFU (Hydrologie): www.hydrodaten.admin.ch
- BAFU (Waldbrand): www.waldbrandgefahr.ch
Wie stehen die Trockenheitswarnungen im Zusammenhang mit den Waldbrandwarnungen? Details - Aktuelle Naturgefahrensituation in der Schweiz: www.naturgefahren.ch