Trockenheitsbulletin
Ausgabedatum: Thursday, 02.07.2026
Nächste Information: Thursday, 09.07.2026
Die Trockenheit hält in der ganzen Schweiz an.
Der gefallene Regen hat die Situation nur regional und vorübergehend entspannt. Auf der Alpennordseite und im Wallis wird sich die extreme Trockenheit fortsetzen und verstärken.
Wetter
Bis Ende letzter Woche (28. Juni) wurden in der Westschweiz und im Flachland verbreitet erhebliche bis grosse 30-Tage Niederschlagsdefizite beobachtet (zwischen -40% und -68% im Vergleich zu den Normwerten). Im Wallis und den zentralen Voralpen besteht ein leichtes Defizit, inneralpin und auf der Alpensüdseite bewegten sich die Niederschläge im Bereich der Norm. Vom Montag 29. Juni bis Mittwoch 1. Juli brachten gewittrige Niederschläge am Alpennordhang sowie im zentralen und östlichen Mittelland verbreitet 20 bis 60 mm, lokal auch mehr. Entsprechend hat das 30-tägige Defizit in diesen Regionen stellenweise etwas abgenommen. Über 90 Tage wurde auf der gesamten Alpennordseite sowie im Wallis ein grosses Niederschlagsdefizit verzeichnet (zwischen -45% und -61% im Vergleich zu den Normwerten). Auf der Alpensüdseite und in Teilen Graubündens ist das Defizit erheblich bis gross.
Nach der vorübergehenden Abkühlung zwischen Ende Juni und der ersten Juliwoche steigen die Temperaturen mit Hochdruckeinfluss wieder an. Es sind keine längeren Niederschlagsphasen in Sicht. Es sind lediglich an den Tagesgang gebundene Schauer oder Gewitter mit Schwerpunkt in den Alpen oder im Jura zu erwarten.
In den mittleren Juliwochen dürfte sich das Hochdruckgebiet über Mitteleuropa weiter verstärken, was zu einer Verschärfung der Niederschlagsdefizite über 30 Tage, vor allem aber über 90 Tage führen könnte.
Gegen Ende Juli könnte sich das Hoch abschwächen, wobei die Anzeichen für Niederschläge weiterhin eher gering bleiben und die Unsicherheit noch gross ist.
Fliessgewässer und Seen
Die Gewitter, die bis Mittwoch (1. Juli) auftraten, führten insbesondere entlang der Voralpen und in der Ostschweiz zu steigenden Abflüssen. Das Abflussdefizit ist in diesen Regionen vorübergehend weniger gross. Im Jura, im zentralen und westlichen Mittelland waren die Regenmengen zu gering für relevante Abflusszunahmen. Dort ist das Abflussdefizit weiterhin extrem.
Boden-, Walen- und Zugersee weisen für die Jahreszeit sehr tiefe Wasserstände auf. Die Pegel der übrigen grossen Seen liegen grösstenteils im Bereich der saisonalen Normwerte. In den Alpen ist die Schneeschmelze früher als üblich weitgehend abgeschlossen. Nur noch in den Hochalpen liegen geringe Schneemengen.
In den kommenden Wochen werden die Wasserstände meist auf sehr tiefem Niveau bleiben oder weiter sinken. Die Niedrigwassersituation wird sich verschärfen. In den Alpen bleibt die Gletscherschmelze auf hohem Niveau.
Bodenfeuchte
Verbreitet besteht ein erhebliches bis sehr grosses Bodenfeuchtedefizit. Lediglich in Teilen der Alpen und der Ostschweiz ist das Bodenfeuchtedefizit gering.
Das Bodenfeuchtedefizit wird in den kommenden Wochen weiter zunehmen.
Grundwasser
Schweizweit sind leicht niedrige bis extrem niedrige Grundwasserstände und Quellschüttungen zu beobachten. Es sind vorwiegend oberflächennahe Grundwasservorkommen betroffen, sowohl im Locker- als auch im Festgestein. Lediglich Grundwasservorkommen mit grossen Flurabständen in den grossen Talschotterebenen und im Festgestein weisen normale Grundwasserstände und Quellschüttungen auf, wobei auch hier die Tendenzen mehrheitlich fallend sind.
Weitere Informationen
- MeteoSchweiz (Wetter): www.meteoschweiz.admin.ch
- BAFU (Hydrologie): www.hydrodaten.admin.ch
- BAFU (Waldbrand): www.waldbrandgefahr.ch
Wie stehen die Trockenheitswarnungen im Zusammenhang mit den Waldbrandwarnungen? Details - Aktuelle Naturgefahrensituation in der Schweiz: www.naturgefahren.ch